Neujahrsempfang der CDU Überruhr
Mit fast schon euphorischem Schwung hat Gastredner Richard Röhrhoff, Geschäftsführer der Essener Marketing Gesellschaft, beim Neujahrsempfang der CDU Überruhr am 30.01.2026 im voll besetzten Haus Silva das neue Jahr eingeleitet.
Dabei kam er auch schnell zur Sache, denn seiner Meinung nach braucht eine Großstadt eine große Innenstadt, die Treffpunkt für Menschen sein kann. Dabei sei eine reine Einkaufsstadt, wie die Beispiele aus Italien, den Niederlanden und Spanien, aber auch Köln, zeigen würden, nicht mehr zeitgemäß. Denn die Menschen kauften zunehmend im Internet. Vielmehr müssten Innenstädte mit Veranstaltungen bespielt werden und ein junges Publikum anziehen.
Gerade für Essen brauche man dann aber auch eine ehrliche Debatte über die Innenstadt, mit Immobilieneigentümern, die nichts mehr investieren wollen und auch an großen Veränderungen – weg von Geschäften, hinzu z.B. Erlebnisgastronomie – nicht interessiert wären. Die auch glauben würden, dass man die leerstehenden Wohnungen in ihren alten, nicht mehr zeitgemäßen Gebäuden für viel Geld vermieten könnte.
Insofern könne auch Essen nur versuchen, mit der Zeit zu gehen. Die Essener Innenstadt müsse wieder ein „durchmischtes Quartier“ sein, wie vor 120 Jahren - als es Gaststätten rund um den Dom gab, Handel und Gewerbe, aber auch viele Wohnquartiere.
Dieser Wandel werde noch viele Jahre dauern und viel Geld kosten. Die Kriminalitätsrate sei in Essen so niedrig wie in keiner anderen deutschen Großstadt. Am Ende gehe es daher um „Gefühle“. Ein neues Miteinander sei nur möglich, wenn wir uns begegnen. Wenn man sich an die Regeln halte, könne ein neues Miteinander entstehen. Insofern müssten die Bürgerinnen und Bürger deutlich machen, dass sie ihre Innenstadt nicht aufgeben und dass sie sich von den wenigen Störern nicht verdrängen lassen. Auch die Jugend brauche Platz, um Lebensräume zu entdecken.
Er werbe daher dafür, sich mit wachem Auge mit der Innenstadt zu beschäftigen und dabei fair zu sein. Die Probleme müssten benannt, aber auch Lösungen nach vorne entwickelt werden. Die Menschen – insbesondere diejenigen unter 55 Jahren – sollten in die Stadt kommen, auf das Schöne in der Stadt schauen und dabei nicht zu kritisch. Und da habe Essen auch viel vorzuzeigen: Drei Mal in Folge sei der Essener zum schönsten Weihnachtsmarkt gewählt worden. Er sei im Übrigen auch zum Siebtschönsten in Europa benannt worden. Das „WDR2-Weihnachtswunder“ mit seinen zahllosen, friedlichen Besuchern hätten ebenso ein positives Bild gezeichnet wie Teilnehmer und Besucher der „Tage der Überflieger“ auf dem Kennedyplatz - ein Großereignis aus Überruhr, dass dort nicht so möglich gewesen wäre, wie in der Innenstadt und 2026 zu einem der größten Sprung-Leichtathletik-Events in Europa gesteigert würde.
Viele Menschen aus anderen deutschen und europäischen Städten würden Essen besuchen und dabei mit Staunen berichten: „Das haben wir alles zuhause nicht“. Herr Röhrhoff rief daher dazu auf, positiv nach vorne zu schauen, das passe auch gut in die Mentalität unserer Region und damit Essen und unsere Innenstadt nicht fallen zu lassen.